Sportarten lassen sich nach vielen Kriterien ordnen: nach Wettkampfform, nach Jahreszeit, nach olympischem Status. Diese Übersicht ordnet sie nach der Anlage, auf der sie stattfinden — weil das die Größe bestimmt, die Kosten und in Vereinen die Frage, was überhaupt angeboten werden kann. Die einzelnen Kapitel dieses Nachschlagewerks sind jeweils verlinkt.
Leichtathletik
Die Leichtathletik ist keine einzelne Sportart, sondern eine Familie aus Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen. Die Laufdisziplinen reichen vom Sprint über 100 Meter bis zum Marathon über 42,195 Kilometer, dazu kommen Hürden- und Hindernisläufe sowie Staffeln. Die Sprungdisziplinen umfassen Hochsprung, Weitsprung, Dreisprung und Stabhochsprung, die Wurfdisziplinen Kugelstoßen, Diskus-, Speer- und Hammerwurf.
Die Anlage ist eine Rundbahn von 400 Metern mit üblicherweise sechs bis acht Bahnen von je 1,22 Metern Breite, dazu die Innenfläche mit den Anlagen für Sprung und Wurf. Aus dieser Standardisierung folgt eine Besonderheit: Ergebnisse sind über Jahrzehnte und über Kontinente hinweg direkt vergleichbar, weil die Strecke überall gleich lang und die Messung gleich definiert ist. Kaum eine andere Sportart hat diese Eigenschaft.
Im Mehrkampf werden mehrere Disziplinen kombiniert und über eine Punktetabelle in eine gemeinsame Wertung gebracht: Zehnkampf bei den Männern, Siebenkampf bei den Frauen, in der Halle Sieben- beziehungsweise Fünfkampf.
Hallenspielsportarten
In einer Sporthalle finden mehrere Spielfelder Platz, die sich in ihren Maßen deutlich unterscheiden. Das größte ist das Handballfeld mit 40 × 20 Metern; es bestimmt daher die Mindestgröße einer Halle, die für alle Hallensportarten nutzbar sein soll. Basketball benötigt 28 × 15 Meter, Volleyball 18 × 9 Meter, Badminton 13,4 × 6,1 Meter, eine Tischtennisplatte 2,74 × 1,525 Meter.
Weil diese Felder übereinander liegen, tragen Hallenböden mehrere Liniensysteme in unterschiedlichen Farben. Eine Dreifachhalle mit rund 45 × 27 Metern lässt sich durch Trennvorhänge in drei Einheiten teilen und ist der bauliche Standard für Vereine und Schulen.
| Sportart | Anlage | Maß | Kapitel |
|---|---|---|---|
| Handball | Halle | 40 × 20 m | Handball |
| Tennis | Freiplatz oder Halle | 23,77 × 10,97 m | Tennis |
| Geräteturnen | Halle mit Höhe | Turnfläche 12 × 12 m | Turnen |
| Leichtathletik | Stadion | 400-m-Rundbahn | Olympische Sportarten |
| Basketball | Halle | 28 × 15 m | Spielfeldmaße |
| Volleyball | Halle | 18 × 9 m | Spielfeldmaße |
| Wintersport | Gelände, Eisflächen | Pisten, Loipen, Eiskanal | Winterspiele |
Wintersport
Wintersportarten unterscheiden sich von allen anderen dadurch, dass ihre Wettkampfgrundlage selbst wetterabhängig ist. Der Skisport umfasst als Familie die alpinen Disziplinen, den Skilanglauf, das Skispringen, die Nordische Kombination sowie Freestyle und Snowboard. Dazu kommen Biathlon als Verbindung von Langlauf und Schießen, die Eissportarten Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Shorttrack, Eishockey und Curling sowie die Bahnsportarten Bob, Rodeln und Skeleton.
Die Anlagen sind die aufwendigsten im gesamten Sport. Alpine Strecken brauchen Höhenunterschied, Loipen brauchen Fläche, Schanzen und Eiskanäle sind Spezialbauten mit sehr begrenzter Nachnutzung. Das ist der Grund, warum Wintersport regional stark gebunden ist und warum die Zahl möglicher Austragungsorte für große Turniere klein bleibt.
Turnen und Gymnastik
Das Geräteturnen wird an genormten Geräten ausgeführt und nach Schwierigkeit und Ausführung bewertet. Der Männermehrkampf umfasst sechs Geräte, der Frauenmehrkampf vier. Die begrenzende Größe ist hier nicht die Grundfläche, sondern die lichte Höhe der Halle: Über Ringen auf 2,80 Metern und Reck auf 2,60 Metern muss Raum für den vollständigen Schwung bleiben.
Von der Gymnastik unterscheidet sich das Geräteturnen durch die Geräte. Gymnastische Formen arbeiten ohne feste Apparate, teils mit Handgeräten, und stellen Körperbeherrschung, Beweglichkeit und Ausdruck in den Mittelpunkt. Die Begriffe werden im Alltag häufig vermischt, bezeichnen im Wettkampfsport aber verschiedene Disziplinen mit eigenen Regelwerken.
Wettkampfform als zweite Ordnung
Neben der Anlage ist die Wettkampfform das aussagekräftigste Ordnungskriterium, weil sie bestimmt, wie ein Ergebnis zustande kommt. Messsportarten entscheiden über Zeit, Weite oder Höhe und sind damit objektiv: Die Leichtathletik, der Schwimmsport und der Skilanglauf gehören hierher. Wertungssportarten entscheiden über Punktrichter nach einem Regelwerk — Geräteturnen, Eiskunstlauf und Wasserspringen.
Spielsportarten entscheiden über den direkten Vergleich zweier Parteien, mit Toren oder Punkten. Kampfsportarten tun das ebenfalls, aber im unmittelbaren Zweikampf mit eigenen Sicherheitsregeln. Diese Einteilung erklärt, warum Diskussionen über Ergebnisse je nach Sportart völlig verschieden verlaufen: In einer Messsportart wird über Bedingungen und Technik diskutiert, in einer Wertungssportart über die Auslegung des Regelwerks.
Häufige Fragen zu den Sportarten
Welche Sportart bestimmt die Größe einer Sporthalle?
Handball. Mit 40 × 20 Metern ist das Handballfeld das größte Hallenspielfeld, weshalb eine universell nutzbare Halle daran ausgelegt wird. Eine Dreifachhalle mit rund 45 × 27 Metern ist der bauliche Standard.
Was gehört zur Leichtathletik?
Lauf-, Sprung- und Wurfdisziplinen: Sprints bis Marathon, Hürden und Hindernis, Hoch-, Weit-, Drei- und Stabhochsprung sowie Kugel, Diskus, Speer und Hammer. Im Mehrkampf werden mehrere Disziplinen über eine Punktetabelle zusammengeführt.
Warum sind Leichtathletikergebnisse so gut vergleichbar?
Weil die Anlagen standardisiert sind. Eine 400-Meter-Rundbahn ist überall gleich lang und die Messung gleich definiert, sodass Ergebnisse über Jahrzehnte und Kontinente hinweg direkt vergleichbar bleiben.
Was unterscheidet Turnen von Gymnastik?
Die Geräte. Geräteturnen findet an genormten Apparaten statt, gymnastische Formen arbeiten ohne feste Apparate, teils mit Handgeräten. Im Wettkampfsport sind es verschiedene Disziplinen mit eigenen Regelwerken.
Was sind Mess- und Wertungssportarten?
Messsportarten entscheiden über Zeit, Weite oder Höhe und sind objektiv messbar. Wertungssportarten entscheiden über Punktrichter nach einem Regelwerk. Spiel- und Kampfsportarten entscheiden über den direkten Vergleich zweier Parteien.