Tennis wird auf einem Feld von 23,77 Metern Länge gespielt, in Sätzen gezählt, die niemand beim ersten Zuhören versteht, und auf drei Belägen ausgetragen, die dasselbe Spiel spürbar unterschiedlich machen. Dieses Kapitel sammelt die Grundlagen: Platzmaße, Zählweise, Wettkampfformen — und führt von dort zu den vier Grand-Slam-Turnieren.
Der Platz und seine Maße
Ein Tennisplatz misst 23,77 Meter in der Länge. In der Breite gilt es zu unterscheiden: Für das Einzel sind 8,23 Meter markiert, für das Doppel 10,97 Meter. Beide Felder liegen übereinander, weshalb ein Platz für beide Spielformen genutzt werden kann — die äußeren Korridore, die sogenannten Doppelgassen, sind im Einzel schlicht aus.
Das Netz ist an den Pfosten 1,07 Meter hoch und hängt in der Mitte auf 0,914 Meter durch. Diese Absenkung ist beabsichtigt: Sie macht den Ball über die Mitte sicherer als über die Außenbahnen und beeinflusst damit die Taktik. Die Aufschlaglinien liegen 6,40 Meter vom Netz entfernt; der Aufschlag muss diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt werden.
Die Zählweise
Kein anderes Element des Sports sorgt bei Neueinsteigern für so viele Rückfragen. Innerhalb eines Spiels wird nicht von eins bis vier gezählt, sondern in den Schritten 15, 30 und 40. Wer zuerst vier Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gewinnt, gewinnt das Spiel. Steht es 40:40, spricht man von Einstand; danach braucht es zwei Punkte in Folge — der erste heißt Vorteil, der zweite entscheidet.
Sechs gewonnene Spiele bei zwei Spielen Vorsprung ergeben einen Satz. Steht es 6:6, entscheidet ein Tie-Break bis sieben Punkte, ebenfalls mit zwei Punkten Vorsprung. Im Tie-Break wechselt das Aufschlagrecht nach dem ersten Punkt und danach jeweils nach zwei Punkten.
Wie viele Sätze ein Match umfasst, hängt vom Wettbewerb ab. Im Regelfall wird über zwei Gewinnsätze gespielt. Nur bei den vier Grand-Slam-Turnieren treten die Herren über drei Gewinnsätze an — das einzige verbliebene Best-of-five-Format im Profitennis.
Die drei Beläge
Sand, Hartplatz und Rasen unterscheiden sich in Tempo, Absprunghöhe und Rutschverhalten. Sand bremst den Ball am stärksten und lässt ihn hoch abspringen, was lange Ballwechsel begünstigt. Rasen ist der schnellste Belag; der Ball bleibt flach und springt unregelmäßig ab. Hartplatz liegt dazwischen und gilt als der ausgewogenste der drei.
Diese Unterschiede sind kein Detail für Fachleute, sondern bestimmen, welche Spielweise sich durchsetzt. Ein Aufschlagspiel, das auf Rasen kaum zu brechen ist, wird auf Sand regelmäßig unter Druck geraten. Umgekehrt kommt eine geduldige Grundlinienspielerin auf Sand zu Punkten, die ihr auf Rasen verwehrt bleiben.
| Maß | Wert |
|---|---|
| Platzlänge | 23,77 m |
| Breite, Einzel | 8,23 m |
| Breite, Doppel | 10,97 m |
| Netzhöhe am Pfosten | 1,07 m |
| Netzhöhe in der Mitte | 0,914 m |
| Aufschlaglinie zum Netz | 6,40 m |
Ball und Schläger
Der Ball ist genormt: Durchmesser, Gewicht und Rücksprunghöhe sind im Regelwerk festgelegt, damit das Spiel überall vergleichbar bleibt. Geprüft wird der Rücksprung aus definierter Fallhöhe auf einen harten Untergrund. Für unterschiedliche Beläge und Höhenlagen sind mehrere Balltypen zugelassen — auf Sand kommt in der Regel ein etwas robusterer Ball zum Einsatz, in großer Höhe ein druckärmerer, weil dünnere Luft den Ball sonst zu schnell macht.
Beim Schläger begrenzt das Regelwerk vor allem die Maße der Schlagfläche und die Gesamtlänge. Innerhalb dieser Grenzen unterscheiden sich Modelle deutlich in Gewicht, Balance, Kopfgröße und Besaitungsmuster. Diese Parameter bestimmen, wie viel Kontrolle, Kraft und Spin ein Schläger unterstützt — weshalb Profis ihre Rahmen individuell abstimmen lassen und die Besaitung je nach Belag und Witterung anpassen.
Die vier Grand-Slam-Turniere
Vier Turniere im Jahr stehen über allen anderen: die Australian Open im Januar, die French Open Ende Mai, Wimbledon Ende Juni und die US Open Ende August. Sie vergeben die meisten Weltranglistenpunkte, die höchsten Preisgelder und sind die einzigen Wettbewerbe, bei denen die Herren über fünf Sätze spielen.
Jedes der vier Turniere hat ein eigenes Profil, das sich aus Belag, Klima und Geschichte ergibt. Melbourne steht für Hitze und überdachte Stadien, Paris für Sand und lange Ballwechsel, London für Rasen und Tradition, New York für Tempo und Abendsessions. Wer alle vier innerhalb eines Jahres gewinnt, hat den Grand Slam im ursprünglichen Wortsinn geschafft — was seit Beginn der Turniergeschichte nur sechsmal gelungen ist.
Häufige Fragen zum Tennis
Wie groß ist ein Tennisplatz?
Ein Tennisplatz ist 23,77 Meter lang. Im Einzel beträgt die Breite 8,23 Meter, im Doppel 10,97 Meter. Beide Felder sind auf demselben Platz markiert.
Warum wird 15, 30, 40 gezählt?
Die Zählweise stammt aus der Frühzeit des Spiels und hat sich unverändert erhalten. Praktisch bedeutet sie: Wer zuerst vier Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gewinnt, gewinnt das Spiel; bei 40:40 entscheidet der Einstand.
Wie hoch hängt das Netz?
An den Pfosten beträgt die Netzhöhe 1,07 Meter, in der Mitte 0,914 Meter. Die Absenkung zur Mitte hin ist beabsichtigt und beeinflusst die Taktik, weil der Ball über die Mitte mit größerer Sicherheit gespielt werden kann.
Was ist ein Tie-Break?
Steht es in einem Satz 6:6, entscheidet ein Tie-Break bis sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Bei den Grand-Slam-Turnieren wird im Entscheidungssatz seit 2022 ein Tie-Break bis zehn Punkte gespielt.
Welcher Belag ist der schnellste?
Rasen. Der Ball bleibt dort flach und verliert wenig Geschwindigkeit. Sand ist der langsamste Belag mit dem höchsten Absprung, Hartplatz liegt zwischen beiden.
Die vier Turniere im Einzelnen
French OpenDas einzige Major auf Sand
WimbledonDas älteste Turnier der Welt, auf Rasen
PlatzbelägeHartplatz, Sand und Rasen im direkten Vergleich
Grand Slam und RekordeKalender-Slam, Karriere-Slam und Golden Slam
US OpenHartplatz, Flutlicht und das größte Stadion