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Australian Open: Hartplatz, Hitze und Melbourne Park

Melbourne Park im Januar: Hartplatz, Hitzeschutzkonzept und drei Stadien mit schließbarem Dach.

Blauer Hartplatz mit weißer Linie und Tennisball im Sonnenlicht
Hartplatz in der Sonne: mittelschnell, gleichmäßiger Absprung.

Die Australian Open eröffnen im Januar die Grand-Slam-Saison. Ausgetragen werden sie im Melbourne Park, auf Hartplätzen und unter Bedingungen, die kein anderes Major so kennt: Hochsommer auf der Südhalbkugel, Temperaturen jenseits der 35 Grad und drei Stadien mit schließbarem Dach, die den Zeitplan gegen Hitze wie gegen Regen absichern.

Vom Rasenturnier zum Hartplatz-Major

Das Turnier wurde 1905 erstmals ausgetragen, damals unter dem Namen Australasian Championships. In den ersten Jahrzehnten wechselte der Austragungsort regelmäßig zwischen australischen Städten und zeitweise sogar nach Neuseeland — eine Praxis, die zur damaligen Bedeutung des Wettbewerbs passte: Die weite Anreise hielt viele europäische und amerikanische Spitzenspieler fern.

Bis 1987 wurde auf Rasen gespielt, zuletzt in der Anlage von Kooyong. Mit dem Umzug in den eigens errichteten Melbourne Park im Jahr 1988 wechselte das Turnier auf Hartplatz. Dieser Schritt veränderte den Charakter des Wettbewerbs grundlegend: Aus einem Rasenturnier mit kurzen Ballwechseln wurde ein Wettbewerb, der Grundlinienspiel und Rückschlagqualität belohnt.

Auch der Belag selbst blieb nicht unverändert. Auf die erste Hartplatzgeneration folgten weitere Beschichtungen, jeweils mit leicht abweichendem Tempo und Absprungverhalten. Die Turnierleitung hat die Zusammensetzung mehrfach angepasst, unter anderem um die Oberflächentemperatur an heißen Tagen zu senken.

1905 1988 2008 2020 Rasen, wechselnde Orte Umzug in den Melbourne Park, Hartplatz Kooyong bis 1987 spätere Hartplatz-Generationen
Belagsgeschichte der Australian Open: Bis 1987 Rasen, seit dem Umzug in den Melbourne Park 1988 Hartplatz in mehreren Beschichtungsgenerationen.

Die Anlage im Melbourne Park

Das Zentrum der Anlage bildet die Rod Laver Arena, benannt nach dem einzigen Spieler, dem der Kalender-Grand-Slam zweimal gelang. Daneben stehen mit der Margaret Court Arena und der John Cain Arena zwei weitere große Stadien. Alle drei verfügen über ein schließbares Dach — kein anderes Major hat so viele überdachte Plätze.

Diese Ausstattung ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Antwort auf das Klima. Wird die Hitzegrenze überschritten, kann die Turnierleitung die Dächer schließen und das Programm unter kontrollierten Bedingungen fortsetzen, statt es zu unterbrechen. Für die Übertragung bedeutet das Planbarkeit; für die Aktiven verändert ein geschlossenes Dach allerdings auch das Spiel, weil Wind und Sonneneinstrahlung wegfallen und der Ball spürbar langsamer wird.

Hitze als Wettkampffaktor

Kein anderes Major muss regelmäßig mit derartigen Temperaturen umgehen. Die Turnierleitung arbeitet deshalb mit einer abgestuften Skala, die nicht allein die Lufttemperatur berücksichtigt, sondern auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit zu einem Belastungswert zusammenführt. Je nach Stufe werden verlängerte Pausen gewährt, in höheren Stufen wird der Spielbetrieb auf den Außenplätzen ausgesetzt und in den überdachten Stadien fortgesetzt.

Für die Aktiven bedeutet das eine besondere Vorbereitung: Hitzeakklimatisierung, angepasste Flüssigkeitszufuhr und ein bewusster Umgang mit den Pausen gehören hier stärker zum Wettkampf als bei den übrigen drei Turnieren.

Die Australian Open in Kennzahlen.
Merkmal Angabe
Erstaustragung 1905
Austragungsort Melbourne Park, Melbourne
Belag Hartplatz, seit 1988
Zeitraum Januar
Hauptfeld Einzel 128
Überdachte Stadien 3

Sportliches Profil

Der Hartplatz von Melbourne gilt als mittelschnell. Der Ball springt gleichmäßig und vergleichsweise hoch ab, was Spielerinnen und Spielern mit stabiler Grundlinienarbeit entgegenkommt, ohne offensive Anlagen zu benachteiligen. Im Vergleich zu den US Open ist der Absprung höher und das Tempo etwas geringer.

Hinzu kommt der Zeitpunkt im Kalender. Die Australian Open sind das erste große Turnier nach der kurzen Saisonpause. Die Vorbereitungsphase ist knapp, Wettkampfpraxis fehlt, und für die europäischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommt die Umstellung auf eine Zeitzone am anderen Ende der Welt hinzu. Frühe Überraschungen sind hier deshalb häufiger als bei den späteren Majors — ein Muster, das sich über die Jahre gut beobachten lässt.

Namen und Trophäen

Die Siegertrophäen tragen die Namen australischer Tennisgrößen: Der Herrenpokal ist nach Norman Brookes benannt, dem ersten australischen Wimbledonsieger, die Damentrophäe nach Daphne Akhurst, die das Turnier in den 1920er-Jahren mehrfach gewann. Auch die Stadien folgen dieser Linie, was der Anlage eine ungewöhnlich dichte Verbindung zur eigenen Turniergeschichte gibt.

Unter Aktiven hat sich für das Turnier die Bezeichnung „Happy Slam“ eingebürgert — ein Hinweis auf die vergleichsweise entspannte Atmosphäre und die kurzen Wege auf der kompakten Anlage.

Häufige Fragen zu den Australian Open

Wann finden die Australian Open statt?

Das Turnier wird im Januar ausgetragen und eröffnet damit die Grand-Slam-Saison. Es dauert rund zwei Wochen; die Qualifikation läuft in der Woche davor.

Auf welchem Belag wird in Melbourne gespielt?

Seit 1988 wird auf Hartplatz gespielt. Zuvor, bis einschließlich 1987, war das Turnier ein Rasenwettbewerb. Der Hartplatzbelag gilt als mittelschnell mit gleichmäßigem, relativ hohem Absprung.

Wie viele Plätze haben ein schließbares Dach?

Drei Stadien im Melbourne Park sind überdacht: Rod Laver Arena, Margaret Court Arena und John Cain Arena. Damit haben die Australian Open mehr überdachte Plätze als jedes andere Major.

Was passiert bei extremer Hitze?

Eine abgestufte Skala führt Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind zu einem Belastungswert zusammen. Je nach Stufe gibt es verlängerte Pausen; in den höchsten Stufen ruht der Betrieb auf den Außenplätzen, während in den überdachten Stadien weitergespielt wird.

Warum heißt der Hauptplatz Rod Laver Arena?

Rod Laver ist der bislang einzige Spieler, der den Kalender-Grand-Slam zweimal gewonnen hat — 1962 und 1969. Die Benennung des Hauptstadions würdigt diese in der Turniergeschichte einzigartige Leistung.