Die US Open beschließen im Spätsommer die Grand-Slam-Saison. Gespielt wird auf Hartplatz in Flushing Meadows im New Yorker Stadtteil Queens — in der größten Tennisanlage der Welt, mit Abendsessions unter Flutlicht und einer Geräuschkulisse, die anderswo undenkbar wäre.
Drei Anlagen, drei Beläge
Das Turnier geht auf die 1881 erstmals ausgetragenen US-amerikanischen Meisterschaften zurück. Gespielt wurde damals auf Rasen im Newport Casino in Rhode Island. 1915 zog der Wettbewerb nach Forest Hills in New York, wo er über sechs Jahrzehnte blieb — zunächst weiterhin auf Rasen, in den 1970er-Jahren für einige Jahre auf Sand.
1978 folgte der Umzug an den heutigen Standort in Flushing Meadows und damit der Wechsel auf Hartplatz. Kein anderes Major hat in seiner Geschichte auf allen drei Belägen gespielt. Diese Wechsel spiegeln die Entwicklung des Sports in den USA: von der Klubkultur der Ostküste über den Boom der 1970er-Jahre hin zu einer Veranstaltung, die auf große Zuschauerzahlen und Fernsehübertragung ausgelegt ist.
Das größte Stadion des Sports
Das Arthur Ashe Stadium fasst rund 24.000 Zuschauerinnen und Zuschauer und ist damit die größte Tennisarena der Welt — deutlich größer als die Hauptplätze der drei anderen Majors. Seit 2016 verfügt es über ein schließbares Dach; der zweitgrößte Platz, das Louis Armstrong Stadium, folgte 2018.
Die Größe hat sportliche Folgen. In einer Arena dieser Dimension sind Wind- und Lichtverhältnisse schwerer einzuschätzen als in kleineren Stadien, und die Distanz zwischen Spielfeld und oberen Rängen verändert die akustische Wahrnehmung auf dem Platz. Anders als in Wimbledon, wo Ruhe erwartet wird, gehört die Geräuschkulisse hier ausdrücklich zum Charakter der Veranstaltung: Zwischenrufe während der Ballwechsel sind zwar unerwünscht, die Atmosphäre bleibt aber durchgehend laut.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Erstaustragung | 1881 |
| Am heutigen Ort seit | 1978 |
| Austragungsort | Flushing Meadows, New York |
| Belag | Hartplatz |
| Zeitraum | Ende August bis September |
| Größtes Stadion | rund 24.000 Plätze |
Der schnellste Hartplatz der Majors
Der Belag in New York gilt als schneller als jener in Melbourne. Der Ball springt flacher ab und behält mehr Geschwindigkeit, was Aufschlag und offensives Spiel begünstigt. Die blaue Farbgebung der Spielfläche, eingeführt zur besseren Sichtbarkeit des Balls in der Übertragung, hat sich seither auf vielen Anlagen weltweit durchgesetzt.
Hinzu kommen die klimatischen Bedingungen. Der New Yorker Spätsommer bringt Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, die vor allem in den Nachmittagssessions ins Gewicht fallen. Am Abend kühlt es ab, die Luft wird dichter und der Ball dadurch etwas langsamer — ein Unterschied, der bei Matches, die sich über den Sonnenuntergang hinziehen, im Spielverlauf spürbar wird.
Abendsessions und Zeitplan
Die US Open haben das Konzept der Abendsession geprägt. Zwei getrennte Ticketblöcke pro Tag — Tages- und Abendsession — bedeuten, dass das Stadion zwischendurch geleert und neu gefüllt wird. Für die Aktiven heißt das: Matches beginnen mitunter erst spät am Abend und enden nach Mitternacht. Diese Praxis wird regelmäßig diskutiert, weil sie Regeneration und Folgetermine belastet.
Als letztes Major des Jahres fällt das Turnier zudem in eine Phase, in der die Saisonbelastung bereits hoch ist. Wer zuvor eine lange Hartplatzserie in Nordamerika gespielt hat, kommt mit entsprechend vielen Matches in den Beinen an — ein Faktor, der die zweite Turnierwoche prägt.
Neuerungen, die von New York ausgingen
Mehrere Regelungen, die heute selbstverständlich sind, wurden bei den US Open zuerst eingeführt. Dazu zählt der Tie-Break, der hier früher als bei den anderen Majors zum Einsatz kam und lange auch im Entscheidungssatz gespielt wurde, als die drei übrigen Turniere noch auf den Zwei-Spiele-Vorsprung setzten. Ebenso wurde hier als erstem Major gleiches Preisgeld für Damen und Herren eingeführt.
Diese Offenheit für Veränderung passt zum Profil der Veranstaltung: Wo Wimbledon Formen bewahrt, hat New York sie regelmäßig zur Diskussion gestellt — von der Farbe des Platzes über die Sessionstruktur bis zur elektronischen Linienüberwachung, die hier früh und konsequent eingeführt wurde.
Häufige Fragen zu den US Open
Wo werden die US Open ausgetragen?
Gespielt wird im USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows im New Yorker Stadtteil Queens. Der Standort wird seit 1978 genutzt; zuvor war das Turnier in Forest Hills und davor in Newport beheimatet.
Auf welchen Belägen wurde das Turnier gespielt?
Zunächst auf Rasen, in den 1970er-Jahren für einige Jahre auf Sand und seit 1978 auf Hartplatz. Damit ist es das einzige Major, das im Lauf seiner Geschichte auf allen drei Belägen ausgetragen wurde.
Wie groß ist das Arthur Ashe Stadium?
Es fasst rund 24.000 Zuschauerinnen und Zuschauer und ist damit die größte Tennisarena der Welt. Seit 2016 verfügt es über ein schließbares Dach.
Warum ist der Platz blau?
Die blaue Innenfläche wurde eingeführt, damit der gelbe Ball in der Fernsehübertragung besser sichtbar ist. Die Außenzonen blieben grün. Viele Anlagen weltweit haben diese Farbgebung seither übernommen.
Warum enden Matches hier oft nach Mitternacht?
Das Turnier arbeitet mit getrennten Tages- und Abendsessions. Beginnt die Abendsession spät oder zieht sich das erste Match, verschiebt sich das zweite entsprechend nach hinten. Diese Praxis wird wegen der Belastung für die Aktiven regelmäßig diskutiert.