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Handball: Spielfeld, Positionen und Regeln

Handball-Positionen: die sieben Aufgaben

Handball kennt sieben Positionen, und ihre Verteilung ist keine Konvention, sondern eine Folge der Feldgeometrie. Weil der Torraum als Kreisbogen verläuft, verändert jeder Meter zur Seite hin Wurfwinkel und Wurfdistanz zugleich. Diese Seite geht…

Handballangriff von hinter dem Tor auf Bodenhöhe fotografiert, sechs entfernte Feldspieler im Bogen über die gegnerische Hälfte verteilt
Sechs Feldspieler im Bogen — die Aufstellung folgt der Sechs-Meter-Linie.

Handball kennt sieben Positionen, und ihre Verteilung ist keine Konvention, sondern eine Folge der Feldgeometrie. Weil der Torraum als Kreisbogen verläuft, verändert jeder Meter zur Seite hin Wurfwinkel und Wurfdistanz zugleich. Diese Seite geht die sieben Aufgaben einzeln durch und erklärt, warum die Händigkeit hier über die Position entscheidet.

Warum die Bogenform die Aufgaben verteilt

Die Torraumlinie ist überall sechs Meter vom Tor entfernt — gemessen von den Innenkanten der Torpfosten. Dadurch bleibt die Wurfdistanz an der Linie konstant, der Winkel zum Tor aber nicht. Im Zentrum ist das Tor in seiner ganzen Breite von drei Metern sichtbar. An der Seitenlinie schrumpft die sichtbare Torfläche auf einen schmalen Streifen, weil der nahe Pfosten den größten Teil verdeckt.

Aus dieser einen geometrischen Tatsache folgen alle Positionsprofile. Wer außen spielt, braucht Präzision und einen Absprung, der den Winkel öffnet. Wer im Zentrum spielt, hat den Winkel, dafür aber die Abwehr direkt vor sich. Wer aus dem Rückraum wirft, hat weder das eine noch das andere und muss die Distanz mit Wurfkraft und Sprunghöhe ausgleichen.

Die sieben Positionen

Torwart. Die einzige Position mit eigenem Regelwerk. Der Torwart darf den Ball im Torraum mit allen Körperteilen abwehren, den Torraum verlassen — dann gilt er als Feldspieler — und wird beim Siebenmeter durch die Vier-Meter-Linie begrenzt. Sein Stellungsspiel folgt dem Winkel des Werfers, nicht dem Ball.

Kreisläufer. Er spielt direkt an der Sechs-Meter-Linie, mit dem Rücken zum Tor, inmitten der Abwehr. Seine Aufgaben sind Sperren für die Rückraumspieler, Anspiele annehmen und im Drehen abschließen. Es ist die Position mit dem meisten Körperkontakt und den kürzesten Wurfdistanzen.

Rückraum Mitte. Der Aufbau läuft über diese Position. Sie verteilt die Bälle, bestimmt das Tempo und entscheidet, welche Angriffsvariante gespielt wird. Der Torwurf ist hier seltener das erste Mittel — die Position lebt vom Überblick.

Rückraum links und rechts. Die klassischen Wurfpositionen aus der zweiten Reihe, etwa neun bis elf Meter vom Tor entfernt. Von hier fallen die Sprungwürfe über die Abwehr hinweg, ebenso die Durchbrüche in die Lücke zwischen zwei Verteidigern.

Linksaußen und Rechtsaußen. Sie stehen am äußeren Ende der Sechs-Meter-Linie, im flachsten Winkel zum Tor. Ihre Würfe erfolgen fast immer im Sprung, weit in das Feld hinein, um den Winkel zu vergrößern. Zusätzlich sind sie die ersten Anspielstationen im Gegenstoß, weil sie beim Umschalten die kürzesten Wege haben.

Die sieben Positionen mit Aufgabe und typischer Wurfdistanz.
Position Kürzel Wurfdistanz Prägende Aufgabe
Torwart TW Stellungsspiel nach Wurfwinkel
Kreisläufer KL ca. 6 m Sperren und Abschluss im Drehen
Rückraum Mitte RM 9–11 m Spielaufbau und Tempo
Rückraum links RL 9–11 m Sprungwurf über die Abwehr
Rückraum rechts RR 9–11 m Sprungwurf über die Abwehr
Linksaußen LA ca. 6 m, flacher Winkel Winkel öffnen, Gegenstoß
Rechtsaußen RA ca. 6 m, flacher Winkel Winkel öffnen, Gegenstoß

Warum Linkshänder rechts spielen

Auf den rechten Positionen — Rechtsaußen und Rückraum rechts — ist Linkshändigkeit ein struktureller Vorteil, und der Grund ist wieder geometrisch. Der Wurfarm soll beim Absprung auf der Außenseite liegen, also weg von der Feldmitte und weg vom nächsten Verteidiger. Ein Linkshänder auf der rechten Seite hat den Arm außen und wirft mit offenem Winkel zum Tor; ein Rechtshänder auf derselben Position muss den Körper eindrehen und verliert dabei Winkel und Zeit.

Spiegelbildlich gilt es links: Dort sind Rechtshänder im Vorteil. Weil Linkshänder in der Bevölkerung deutlich seltener sind, entsteht daraus eine bekannte Eigenheit des Sports — linkshändige Spielerinnen und Spieler sind auf allen Ebenen gesucht, von der Jugend bis zum Profibereich. Es ist einer der wenigen Fälle im Sport, in dem eine körperliche Eigenschaft ohne Bezug zur Leistungsfähigkeit den Marktwert einer Position bestimmt.

Die Abwehr

In der Verteidigung werden die Angriffspositionen neu verteilt. Benannt werden Abwehrsysteme nach der Zahl der Reihen: Im 6-0 stehen alle sechs Feldspieler auf einer Linie vor dem Torraum, was die Nahdistanz dicht macht und Rückraumwürfe zulässt. Im 5-1 löst sich eine Person heraus und stört den Aufbau bereits am Neun-Meter-Kreis. Das 3-2-1 staffelt in drei Reihen und arbeitet stark über Zugriffe, das 4-2 setzt zwei vorgezogene Verteidiger gegen zwei starke Rückraumwerfer.

Die Wahl des Systems ist immer ein Tausch. Wer weit vorn stört, gibt Raum an der Linie frei, den ein Kreisläufer nutzt. Wer tief steht, verteidigt die Nahdistanz und akzeptiert Würfe von neun Metern. Deshalb wechseln Mannschaften das System innerhalb eines Spiels — je nachdem, welche Stärke der Gegner gerade zeigt.

Positionen im Jugendbereich

Im Kinder- und Jugendhandball wird bewusst rotiert, statt früh zu spezialisieren. Der Grund ist entwicklungspraktisch: Wer nur außen spielt, lernt keinen Spielaufbau; wer nur im Rückraum wirft, lernt kein Sperrenspiel. Erst mit dem Wachstum und der Ausprägung von Wurfkraft, Körpergröße und Sprungvermögen ergibt sich, welche Position tatsächlich passt.

Praktisch heißt das, dass eine feste Positionszuordnung selten vor der Altersklasse der 14- bis 16-Jährigen sinnvoll ist. Bis dahin ist die Position eine Trainingsaufgabe, keine Zuschreibung.

Häufige Fragen zu den Handballpositionen

Welche Positionen gibt es im Handball?

Sieben: Torwart, Kreisläufer, Rückraum Mitte, Rückraum links, Rückraum rechts, Linksaußen und Rechtsaußen. Sechs davon stehen als Feldspieler gleichzeitig auf dem Feld.

Warum spielen Linkshänder rechts?

Weil der Wurfarm beim Absprung außen liegen soll — weg von der Feldmitte und vom nächsten Verteidiger. Ein Linkshänder rechts wirft mit offenem Winkel zum Tor, ein Rechtshänder müsste sich eindrehen.

Was macht ein Kreisläufer?

Er spielt an der Sechs-Meter-Linie inmitten der Abwehr, mit dem Rücken zum Tor: Sperren für die Rückraumspieler stellen, Anspiele annehmen und im Drehen abschließen.

Was bedeutet ein 6-0- oder 5-1-System?

Die Zahlen geben die Verteilung der Verteidiger auf Reihen an. Im 6-0 stehen alle sechs auf einer Linie vor dem Torraum; im 5-1 löst sich eine Person heraus und stört den Aufbau am Neun-Meter-Kreis.

Wann sollten Jugendliche eine Position festlegen?

Sinnvoll ist das meist erst ab der Altersklasse der 14- bis 16-Jährigen. Vorher wird bewusst rotiert, weil sich Wurfkraft, Körpergröße und Sprungvermögen noch entwickeln.