Die Handball-Weltmeisterschaft der Männer wird alle zwei Jahre in ungeraden Jahren ausgetragen. Die Endrunde 2025 fand erstmals in drei Ländern gleichzeitig statt: Kroatien, Dänemark und Norwegen teilten sich die Ausrichtung. Dieser Überblick erklärt Modus, Teilnehmerfeld und die Besonderheiten einer Weltmeisterschaft mit 32 Mannschaften.
32 Mannschaften, drei Gastgeber
Seit 2019 umfasst die Endrunde 32 Teams — mehr als jedes andere große Handballturnier. Das Feld wird zunächst in acht Vorrundengruppen zu je vier Mannschaften aufgeteilt. Die jeweils drei besten Teams jeder Gruppe erreichen die Hauptrunde, aus der die Viertelfinalisten hervorgehen.
Die Ausrichtung durch mehrere Länder ist im Handball inzwischen Regel statt Ausnahme. Sie verteilt die Kosten, nutzt vorhandene Hallen statt Neubauten und bringt das Turnier näher an mehrere Publikumsmärkte. 2025 kam eine Besonderheit hinzu: Mit Dänemark und Norwegen richteten zwei Nachbarländer gemeinsam mit dem geografisch entfernten Kroatien aus — eine Konstellation, die längere Reisewege für Mannschaften und Publikum bedeutete.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Erstaustragung | 1938 |
| Rhythmus | alle zwei Jahre, ungerade Jahre |
| Zeitraum | Januar |
| Teilnehmer | 32 |
| Veranstalter | Internationale Handballföderation |
| Gastgeber 2025 | Kroatien, Dänemark, Norwegen |
Der Turnierverlauf 2025
Den Titel gewann Dänemark und setzte damit eine Serie fort, die in der Turniergeschichte einmalig ist: vier Weltmeistertitel in Folge. Diese Dominanz beruht weniger auf einzelnen Ausnahmespielern als auf einer über Jahre stabilen Mannschaftsstruktur und einer Nachwuchsarbeit, die kontinuierlich Spieler auf Weltklasseniveau nachliefert.
Für die deutsche Mannschaft endete das Turnier im Halbfinale — nach der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2024 waren die Erwartungen höher gewesen. Der Weg dorthin führte über eine Vorrunde ohne Niederlage und eine Hauptrunde, in der sich die Belastungsdichte des Formats zeigte: Neun Spiele in siebzehn Tagen fordern nicht nur Kondition, sondern vor allem einen Kader, der Ausfälle auffangen kann.
Warum die WM anders verläuft als die EM
Mit 32 Mannschaften ist das Weltmeisterschaftsfeld ein Drittel größer als das der Europameisterschaft. Da ein Großteil der Spitzenteams aus Europa stammt, fällt das Leistungsgefälle in der WM-Vorrunde deutlicher aus. Für Favoriten bedeutet das planbare Auftaktspiele, für die weniger etablierten Verbände die Chance auf Turniererfahrung gegen Weltklassegegner.
Sportlich beginnt die Weltmeisterschaft damit faktisch später als die Europameisterschaft — die Entscheidung fällt in Hauptrunde und K.-o.-Phase. Bei der EM ist die Vorrunde häufig schon vorentscheidend.
| Merkmal | Weltmeisterschaft | Europameisterschaft |
|---|---|---|
| Teilnehmer | 32 | 24 |
| Rhythmus | ungerade Jahre | gerade Jahre |
| Veranstalter | IHF | EHF |
| Leistungsgefälle Vorrunde | größer | geringer |
Der Spielplan und seine Belastung
Ein Turnier über neun Spiele in gut zwei Wochen bedeutet für die Aktiven Partien im Zwei-Tages-Rhythmus, teilweise an aufeinanderfolgenden Tagen. Handball ist eine Kontaktsportart mit hoher Sprung- und Wurfbelastung; Regeneration wird damit zum eigenständigen Wettbewerbsfaktor.
Hinzu kommt, dass die Turniere mitten in der europäischen Vereinssaison liegen. Nationalspieler kehren nach der Endrunde unmittelbar in den Ligabetrieb zurück, häufig ohne Pause. Die Diskussion über die Dichte des internationalen Kalenders wird deshalb seit Jahren geführt — zwischen Vereinen, Ligen und Verbänden mit jeweils eigenen Interessen.
Die Geschichte des Turniers
Die erste Weltmeisterschaft wurde 1938 ausgetragen, damals noch im Feldhandball mit elf Spielern pro Mannschaft. Der Hallenhandball mit sieben Spielern setzte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch und wurde zur maßgeblichen Form. Das Feldhandball-Turnier lief noch bis in die 1960er-Jahre parallel weiter, bevor es eingestellt wurde.
Der Rhythmus wechselte mehrfach. Lange Zeit fand die Weltmeisterschaft in unregelmäßigen Abständen statt; seit 1993 gilt der Zwei-Jahres-Takt in ungeraden Jahren, der sich mit der Europameisterschaft abwechselt. Das Teilnehmerfeld wuchs schrittweise von zunächst wenigen Mannschaften auf die heutigen 32.
Wie sich Mannschaften qualifizieren
Die Startplätze werden über die Kontinentalverbände verteilt. Europa stellt aufgrund der Leistungsdichte das größte Kontingent, hinzu kommen Plätze für Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien sowie Freiplätze für Gastgeber und den amtierenden Weltmeister. Ein Teil der europäischen Startplätze wird in eigenen Play-off-Spielen ausgespielt, die im Frühjahr vor dem Turnier stattfinden.
Die Weltmeisterschaft der Frauen
Eine eigene Weltmeisterschaft der Frauen besteht seit 1957. Sie wird ebenfalls alle zwei Jahre ausgetragen, allerdings in ungeraden Jahren im Dezember — also im selben Jahr wie die Männer-WM, jedoch am Jahresende. Das Teilnehmerfeld umfasst inzwischen ebenfalls 32 Mannschaften.
Häufige Fragen zur Handball-WM
Wer richtete die Handball-WM 2025 aus?
Die Endrunde 2025 wurde gemeinsam von Kroatien, Dänemark und Norwegen ausgerichtet. Mehrere Gastgeberländer sind im Handball inzwischen üblich, weil vorhandene Hallen genutzt und die Kosten verteilt werden können.
Wie viele Mannschaften nehmen an der WM teil?
Seit 2019 sind es 32 Mannschaften, aufgeteilt auf acht Vorrundengruppen zu je vier Teams. Damit ist das Feld größer als bei der Europameisterschaft mit 24 Mannschaften.
Wann findet die Handball-WM statt?
Alle zwei Jahre in ungeraden Jahren, jeweils im Januar. In geraden Jahren wird stattdessen die Europameisterschaft ausgetragen.
Seit wann gibt es die Handball-Weltmeisterschaft?
Seit 1938. Die erste Austragung fand allerdings im Feldhandball mit elf Spielern statt. Der Hallenhandball setzte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg als maßgebliche Form durch.
Welche Nation ist Rekordsieger?
Frankreich und Schweden zählen zu den erfolgreichsten Nationen der Turniergeschichte. Dänemark gewann zuletzt vier Titel in Folge — eine Serie, die es in dieser Form zuvor nicht gab.
Weiter im Handballkapitel
Mehr aus der Rubrik Sport.