Der Barren ist das Gerät, an dem im Männermehrkampf Stütz und Hang direkt aufeinander folgen. Zwei parallele Holme in gleicher Höhe geben dabei eine Symmetrie vor, die kein anderes Gerät hat. Diese Seite behandelt die Maße des Barrens, die Elementgruppen und — weil beide Geräte oft verwechselt werden — auch den Stufenbarren im Frauenmehrkampf.
Die Maße des Barrens
Die beiden Holme sind 350 Zentimeter lang und liegen 200 Zentimeter über der Matte. Ihr Abstand ist zwischen etwa 42 und 52 Zentimetern verstellbar und wird vor dem Durchgang eingestellt. Der Querschnitt eines Holms ist nicht rund, sondern oval — annähernd fünf Zentimeter in der Höhe und vier in der Breite — damit die Hand ihn umgreifen kann, ohne abzurutschen.
Getragen werden die Holme von zwei Ständern, deren Höhe und Abstand einstellbar sind. Die Holme selbst haben eine definierte Elastizität: Sie geben unter Belastung nach und federn zurück. Diese Rückgabe ist Teil der Technik — Schwungelemente nutzen sie, um Höhe über den Holmen zu gewinnen.
Stütz, Hang und der Wechsel dazwischen
Eine Barrenübung soll beide Arbeitspositionen zeigen. Im Stütz ruht das Gewicht auf den Händen, der Körper bewegt sich über den Holmen — Schwünge in den Handstand, Wenden, Kehren, Drehungen um die Längsachse. Im Hang befindet sich der Körper unter den Holmen und wird durch Felgbewegungen wieder nach oben geführt.
Der Wechsel zwischen beiden ist der inhaltliche Kern des Geräts. Er verlangt, dass der Griff im Moment der größten Belastung gelöst und neu gesetzt wird, und er wird zusätzlich durch die Elastizität der Holme beeinflusst: Wer den Rückfederungsmoment nutzt, kommt mit weniger Kraftaufwand nach oben; wer ihn verpasst, arbeitet gegen das Gerät.
Dazu kommen Flugelemente, bei denen beide Hände gleichzeitig lösen — etwa Salti über die Holme oder zwischen ihnen hindurch. Der Abgang erfolgt üblicherweise über einen Salto seitlich oder vorwärts über das Holmende, mit Landung im Stand.
| Merkmal | Barren | Stufenbarren |
|---|---|---|
| Mehrkampf | Männer | Frauen |
| Höhe | 200 cm, beide gleich | 250 cm oben / 170 cm unten |
| Holmlänge | 350 cm | 240 cm |
| Abstand | 42–52 cm | bis ca. 180 cm |
| Querschnitt | oval, ca. 5 × 4 cm | rund, ca. 4 cm |
| Arbeitsposition | Stütz und Hang | überwiegend Hang |
| Prägende Anforderung | Wechsel Stütz–Hang | durchgehender Schwungfluss |
Der Stufenbarren im Frauenmehrkampf
Der Stufenbarren trägt einen ähnlichen Namen und ist ein anderes Gerät. Seine beiden Holme liegen nicht auf gleicher Höhe, sondern versetzt: der obere auf 250, der untere auf 170 Zentimetern. Sie sind kürzer als beim Barren, im Querschnitt rund und stehen deutlich weiter auseinander — je nach Einstellung bis zu etwa 180 Zentimeter.
Aus dieser Geometrie folgt eine völlig andere Bewegungsaufgabe. Geturnt wird überwiegend im Hang und in durchgehendem Schwung; Halten und Stützen sind die Ausnahme. Der Körper bewegt sich in großen Bögen um einen Holm, wechselt in der Luft zum anderen und schwingt weiter, ohne dass die Bewegung zum Stillstand kommt. Zwischen den Holmen liegt genug Raum für vollständige Flugelemente mit Loslassen und Wiedergreifen.
Bewertet wird deshalb vor allem der Schwungfluss. Ein Zwischenschwung ohne Elementwert, ein kurzes Anhalten im Stütz oder ein Aufsetzen der Füße auf die Matte kosten Punkte. In der Konsequenz sind Barren und Stufenbarren im Mehrkampf zwei verschiedene Disziplinen, die nur ihre äußere Ähnlichkeit teilen.
Was Punkte kostet
Wie an allen Geräten setzt sich die Note aus D-Note und E-Note zusammen. Die D-Note erfasst Schwierigkeitsgehalt und Verbindungswerte, die E-Note beginnt bei 10,0 Punkten und wird für Ausführungsfehler gemindert.
Am Barren sind die häufigsten Abzüge Abweichungen in der Handstandposition, gebeugte Arme im Stütz, ein Anschlagen der Beine an die Holme und Zwischenschwünge, die nur zur Vorbereitung dienen und keinen Elementwert tragen. Weil die Holme federn, wird zusätzlich sichtbar, wenn ein Element nicht im Rückfederungsmoment eingeleitet wurde: Die Bewegung wirkt dann schwerer, obwohl sie technisch korrekt sein kann.
Sicherheit und Aufbau
Unter dem Gerät liegen Matten in vorgeschriebener Stärke, im Training häufig ergänzt durch Längsmatten zwischen den Holmen und Weichböden am Abgang. Bei Flugelementen ist Hilfestellung durch Übungsleiter üblich; für das Erarbeiten neuer Elemente kommen Grubenanlagen mit Schaumstoffwürfeln zum Einsatz.
Beim Aufbau ist die Holmhöhe der kritische Punkt. Zwei Meter über der Matte klingt niedrig, doch im Handstand auf den Holmen steht der Körper rund vier Meter hoch, und Flugelemente führen darüber hinaus. Wie bei den Ringen ist die lichte Höhe der Halle deshalb der begrenzende Faktor, nicht die Grundfläche.
Häufige Fragen zum Barren
Wie hoch ist der Barren?
Beide Holme liegen 200 Zentimeter über der Matte. Sie sind 350 Zentimeter lang, und ihr Abstand ist zwischen etwa 42 und 52 Zentimetern verstellbar.
Was ist der Unterschied zum Stufenbarren?
Der Stufenbarren hat versetzte Holme — oben 250, unten 170 Zentimeter — die kürzer, im Querschnitt rund und weiter voneinander entfernt sind. Er wird im Frauenmehrkampf geturnt, überwiegend im Hang und in durchgehendem Schwung.
Warum sind die Holme oval?
Damit die Hand sie sicher umgreifen kann. Ein ovaler Querschnitt von etwa fünf mal vier Zentimetern liegt besser in der Hand als ein runder und verringert das Abrutschen.
Warum federn die Holme?
Die Elastizität ist Teil der Technik. Schwungelemente nutzen die Rückfederung, um Höhe über den Holmen zu gewinnen; wer den Moment verpasst, arbeitet gegen das Gerät.
Was ist ein Zwischenschwung?
Ein Schwung ohne eigenen Elementwert, der nur der Vorbereitung des nächsten Elements dient. Er trägt nichts zur D-Note bei und wird in der Ausführungsnote abgezogen.