Das Handballregelwerk lässt sich auf wenige Grundsätze verdichten: Der Ball darf drei Schritte weit getragen und drei Sekunden lang gehalten werden, der Torraum gehört dem Torwart, und Regelverstöße werden gestuft bestraft. Diese Seite geht die Spielzeit, das Regelwerk zum Ballbesitz, die Strafen und die Sonderfälle durch.
Spielzeit und Mannschaft
Ein Spiel der Erwachsenen dauert zweimal 30 Minuten mit einer Halbzeitpause von zehn Minuten. Im Jugendbereich ist die Spielzeit verkürzt: zweimal 25 Minuten in der Altersklasse von zwölf bis sechzehn Jahren, zweimal 20 Minuten darunter. Endet ein Spiel unentschieden und muss ein Sieger ermittelt werden, folgt eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten; bleibt es dabei, wird sie einmal wiederholt, danach entscheidet das Siebenmeterwerfen.
Auf dem Feld stehen sieben Spielerinnen oder Spieler pro Mannschaft: sechs im Feld und ein Torwart. Der Kader umfasst bis zu sechzehn Personen. Gewechselt werden darf beliebig oft und ohne Unterbrechung des Spiels, aber ausschließlich innerhalb der eigenen Wechselzone — und die abgehende Person muss das Feld verlassen haben, bevor die eintretende es betritt. Ein Verstoß dagegen zieht eine Zeitstrafe nach sich.
Jede Mannschaft hat pro Spiel drei Team-Auszeiten von je einer Minute, höchstens zwei davon in einer Halbzeit. Angefordert werden sie über eine Karte am Zeitnehmertisch, und zwar nur, wenn die eigene Mannschaft in Ballbesitz ist.
Ballbesitz: drei Schritte, drei Sekunden
Mit dem Ball in der Hand sind drei Schritte erlaubt. Danach muss gepasst, geworfen oder geprellt werden. Wer den Ball prellt, darf ihn anschließend erneut aufnehmen und wieder drei Schritte gehen — aber nur einmal: Ein zweites Prellen nach dem Aufnehmen ist ein Fehler. Ohne zu prellen darf der Ball höchstens drei Sekunden gehalten werden.
Diese beiden Zahlen erklären den Bewegungsrhythmus des Spiels. Weil weder langes Tragen noch dauerhaftes Dribbeln möglich ist, entsteht ein schneller Wechsel zwischen Pass und Bewegung. Ein Angriff besteht nicht aus Ballführung, sondern aus Positionswechseln ohne Ball.
Nicht erlaubt sind außerdem: den Ball mit dem Fuß oder dem Unterschenkel zu spielen, ihn absichtlich über die eigene Außenlinie zu bringen und ihn im Liegen oder Sitzen wieder aufzunehmen, wenn er dabei vom Boden aufgehoben werden müsste.
Der Torraum
Den Torraum innerhalb der Sechs-Meter-Linie darf nur der Torwart betreten. Für Feldspieler gilt eine Unterscheidung, die im Spiel den Unterschied macht: Der Torraum darf überflogen werden. Wer vor der Linie abspringt, in der Luft wirft und erst danach im Torraum landet, hat regelkonform gehandelt. Wer den Boden im Torraum berührt, während er den Ball noch hält, verliert ihn.
Betritt ein Verteidiger den Torraum und verschafft sich dadurch einen Vorteil, folgt ein Siebenmeterwurf. Rollt der Ball im Torraum, gehört er dem Torwart. Der Torwart selbst darf den Torraum verlassen, wird dann aber wie ein Feldspieler behandelt — und er darf den Ball nicht in den Torraum zurücknehmen, wenn er ihn außerhalb kontrolliert hat.
| Regel | Wert | Folge bei Verstoß |
|---|---|---|
| Schritte mit Ball | 3 | Freiwurf für den Gegner |
| Ball halten | 3 s | Freiwurf für den Gegner |
| Spielzeit Erwachsene | 2 × 30 min | — |
| Spieler auf dem Feld | 7 (6 + Torwart) | Zeitstrafe bei Überzahl |
| Zeitstrafe | 2 min | Mannschaft spielt in Unterzahl |
| Dritte Zeitstrafe | Disqualifikation | rote Karte, 2 min Unterzahl |
| Team-Auszeiten | 3 pro Spiel, max. 2 je Halbzeit | — |
| Verlängerung | 2 × 5 min | danach Siebenmeterwerfen |
Progressive Bestrafung
Regelverstöße gegen den Gegner werden gestuft bestraft, und die Stufen bauen aufeinander auf. Am Anfang steht die Verwarnung, angezeigt mit der gelben Karte; sie gilt einmal pro Person und höchstens dreimal pro Mannschaft. Danach folgt die Zeitstrafe von zwei Minuten, in denen die Mannschaft in Unterzahl spielt. Die dritte Zeitstrafe gegen dieselbe Person bedeutet Disqualifikation: Sie darf nicht weiterspielen, und die Mannschaft bleibt zusätzlich zwei Minuten in Unterzahl.
Bei besonders schweren Verstößen kann direkt disqualifiziert werden, ohne die Stufen zu durchlaufen. Der Sinn der Staffelung liegt in ihrer Vorhersehbarkeit — sie macht für alle Beteiligten sichtbar, wie viel Spielraum noch bleibt, und ist damit selbst ein taktischer Faktor.
Freiwurf, Siebenmeter und Zeitspiel
Der Freiwurf ist die Standardstrafe für technische Fehler und einfache Regelverstöße. Ausgeführt wird er dort, wo der Verstoß geschah; lag die Stelle zwischen Torraum- und Freiwurflinie, wird von der Neun-Meter-Linie geworfen. Die Verteidiger müssen drei Meter Abstand halten.
Der Siebenmeterwurf wird verhängt, wenn eine klare Torgelegenheit regelwidrig verhindert wurde — unabhängig davon, wo auf dem Feld das passierte. Geworfen wird von der Siebenmeterlinie, innerhalb von drei Sekunden nach dem Anpfiff, ohne die Linie zu berühren. Der Torwart darf die Torwartgrenzlinie bei vier Metern nicht überschreiten, bevor der Ball die Hand verlassen hat.
Das Zeitspiel richtet sich gegen Angriffe ohne Torabsicht. Erkennen die Schiedsrichter, dass eine Mannschaft den Ball hält, ohne den Angriff aufzubauen, zeigen sie das Vorwarnzeichen — den erhobenen Arm. Danach hat die angreifende Mannschaft eine begrenzte Anzahl von Pässen, um einen Torwurf zu erzielen; sonst folgt Freiwurf für den Gegner.
Ballgrößen
Der Ball wird nach Alter und Wettbewerb gewählt. Größe 3 mit 58 bis 60 Zentimetern Umfang und 425 bis 475 Gramm gilt für Männer ab sechzehn Jahren. Größe 2 mit 54 bis 56 Zentimetern und 325 bis 400 Gramm ist für Frauen ab vierzehn und für männliche Jugend von zwölf bis sechzehn vorgesehen. Größe 1 mit 50 bis 52 Zentimetern und 290 bis 330 Gramm wird im Kinder- und Jugendbereich verwendet.
Die Abstufung ist keine Formalität. Der Handballwurf setzt voraus, dass die Hand den Ball von oben greifen und führen kann; ein zu großer Ball erzwingt eine andere, weniger belastbare Technik. Die Ballgröße ist damit unmittelbar an die Handgröße gekoppelt, nicht an das Leistungsniveau.
Häufige Fragen zu den Handballregeln
Wie viele Schritte darf man mit dem Ball machen?
Drei. Danach muss gepasst, geworfen oder geprellt werden. Nach einmaligem Prellen und Aufnehmen sind wieder drei Schritte erlaubt, ein zweites Prellen ist ein Fehler.
Darf man in den Torraum springen?
Überfliegen ja, betreten nein. Wer vor der Sechs-Meter-Linie abspringt, in der Luft wirft und danach im Torraum landet, handelt regelkonform. Wer den Boden im Torraum mit dem Ball in der Hand berührt, verliert ihn.
Wie lange dauert eine Zeitstrafe?
Zwei Minuten, in denen die Mannschaft in Unterzahl spielt. Die dritte Zeitstrafe gegen dieselbe Person bedeutet Disqualifikation, und die Mannschaft bleibt zusätzlich zwei Minuten in Unterzahl.
Wann gibt es einen Siebenmeter?
Wenn eine klare Torgelegenheit regelwidrig verhindert wurde, unabhängig davon, wo auf dem Feld das geschah. Auch das unerlaubte Betreten des Torraums durch einen Verteidiger mit Vorteilsnahme führt dazu.
Was bedeutet der erhobene Arm des Schiedsrichters?
Das Vorwarnzeichen für Zeitspiel. Die angreifende Mannschaft hat danach nur noch eine begrenzte Anzahl von Pässen bis zum Torwurf, sonst gibt es Freiwurf für den Gegner.