Das Pauschenpferd gilt als das technisch anspruchsvollste Gerät im Männermehrkampf. Der Grund liegt nicht in der Höhe und nicht in der Kraft, sondern in einer einzigen Regel: Die Bewegung darf nie stehen bleiben. Diese Seite geht die Maße des Geräts durch, erklärt die Elementgruppen und zeigt, warum der Rhythmus hier über die Note entscheidet.
Die Maße des Geräts
Der Körper des Pauschenpferds ist 160 Zentimeter lang und 35 Zentimeter breit. Die Oberkante liegt 115 Zentimeter über der Matte und damit niedriger als bei jedem anderen Gerät des Mehrkampfs. Auf dem Körper sitzen zwei bewegliche Griffe, die Pauschen: je 12 Zentimeter hoch, in ihrem Abstand verstellbar zwischen 40 und 45 Zentimetern.
Diese Verstellbarkeit ist der einzige Freiheitsgrad, den das Gerät bietet, und Aktive nutzen ihn konsequent. Ein enger Pauschenabstand erleichtert Elemente, bei denen beide Hände nah beieinander arbeiten; ein weiter Abstand gibt mehr Platz für das Durchschwingen der Beine zwischen den Griffen. Eingestellt wird vor dem Durchgang, danach bleibt die Position unverändert.
Die Fläche, auf der geturnt wird, ist damit erstaunlich klein: 160 mal 35 Zentimeter, durch die Pauschen in drei Zonen geteilt. Die gesamte Übung findet auf dieser Fläche statt, ohne dass der Körper sie verlassen darf — abgesehen vom Abgang.
Der Stütz als einzige Arbeitsposition
Am Pauschenpferd wird ausschließlich im Stütz geturnt: Das Körpergewicht ruht auf den Armen, die Beine hängen frei und bewegen sich um das Gerät. Es gibt keinen Hang, keine Flugphase über weite Strecken und keine Position, in der die Arme entlastet wären. Über die Dauer eines Durchgangs von rund einer Minute trägt der Schultergürtel damit ununterbrochen das gesamte Körpergewicht.
Die Hände wechseln dabei permanent zwischen Pauschen, Sattel und Enden des Geräts. Jeder dieser Griffwechsel geschieht in dem kurzen Moment, in dem das Kreisen der Beine das Gewicht auf die jeweils andere Hand verlagert. Ein zu früh oder zu spät gesetzter Griff bringt das ganze Bewegungsmuster aus dem Takt.
Die Elementgruppen
Eine Übung soll Elemente aus mehreren Gruppen enthalten und das gesamte Gerät nutzen. Die wichtigsten Gruppen sind Kreisflanken, bei denen die geschlossenen Beine in vollem Kreis um das Pferd geführt werden; Scheren, bei denen die gespreizten Beine gegenläufig durchschwingen; Wandern, also das Fortbewegen entlang des Geräts unter Beibehaltung der Kreisbewegung; sowie Elemente mit Handstandanteil und Drehungen um die Längsachse.
Bewertet wird außerdem, ob alle drei Zonen des Geräts bespielt werden. Eine Übung, die nur zwischen den Pauschen turnt, verliert Anforderungspunkte, selbst wenn die gezeigten Elemente schwer sind. Der Abgang erfolgt meist über einen Überschlag oder eine Wende aus dem Handstand in den Stand.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Höhe über der Matte | 115 cm |
| Körperlänge | 160 cm |
| Körperbreite | 35 cm |
| Pauschenhöhe | 12 cm |
| Pauschenabstand | 40–45 cm, verstellbar |
| Arbeitsposition | ausschließlich Stütz |
| Mehrkampf | Männer |
Warum der Rhythmus über die Note entscheidet
Die E-Note beginnt an jedem Gerät bei 10,0 Punkten und wird für Ausführungsfehler gemindert. Am Pauschenpferd trifft dieser Mechanismus eine Besonderheit: Jede Unterbrechung des Bewegungsflusses ist sichtbar und wird abgezogen. Ein kurzes Halten, ein Aufsetzen des Beins, ein Nachgreifen — Fehler, die an anderen Geräten im Ablauf untergehen, sind hier für alle im Saal erkennbar.
Dazu kommen die klassischen Ausführungskriterien: geschlossene und gestreckte Beine in den Kreisflanken, gestreckte Hüfte, ruhige Schultern, kein Anschlagen an das Gerät. Weil die Bewegung nie stoppt, gibt es außerdem keine Gelegenheit, einen Fehler zu korrigieren. Wer aus dem Takt kommt, turnt den Rest der Übung mit dem Fehler weiter oder stürzt.
Das erklärt eine Beobachtung, die im Mehrkampf regelmäßig zu sehen ist: Am Pauschenpferd liegen die Ergebnisse eines Feldes weiter auseinander als an jedem anderen Gerät. Es ist das Gerät, an dem Mehrkämpfe entschieden werden — nicht, weil dort die höchsten Noten möglich sind, sondern weil dort die größten Verluste passieren.
Vom Pferd zum Sprungtisch
Historisch war das Pferd ein Gerät mit zwei Funktionen. Mit aufgesetzten Pauschen diente es dem Stützturnen, ohne Pauschen war es das Sprunggerät, über das der Anlauf führte. Diese zweite Rolle hat das Pferd verloren: Im Sprung ersetzt heute ein Sprungtisch mit breiter, gepolsterter Auflagefläche das schmale Pferd. Der Grund war die Sicherheit — der Sprungtisch bietet eine größere und besser einsehbare Stützfläche für die Hände.
Geblieben ist das Pauschenpferd in seiner ursprünglichen Form. Es ist damit das Gerät im Mehrkampf, dessen Bauweise sich über die Jahrzehnte am wenigsten verändert hat, während sich die geturnten Elemente deutlich weiterentwickelt haben.
Häufige Fragen zum Pauschenpferd
Wie hoch ist ein Pauschenpferd?
Die Oberkante des Körpers liegt 115 Zentimeter über der Matte. Damit ist es das niedrigste Gerät im Männermehrkampf.
Wie weit sind die Pauschen voneinander entfernt?
Der Abstand ist zwischen 40 und 45 Zentimetern verstellbar. Er wird vor dem Durchgang eingestellt und ist das einzige veränderbare Maß am Gerät.
Warum gilt das Pauschenpferd als so schwierig?
Weil die Bewegung nie stehen bleiben darf. Jede Unterbrechung des Rhythmus ist unmittelbar sichtbar und wird abgezogen, und es gibt keine Position, in der die Arme entlastet würden.
Welche Elemente werden geturnt?
Kreisflanken mit geschlossenen Beinen, Scheren mit gegenläufig schwingenden Beinen, Wandern entlang des Geräts sowie Elemente mit Handstandanteil und Drehungen. Alle drei Zonen des Geräts sollen bespielt werden.
Ist das Pauschenpferd dasselbe Gerät wie beim Sprung?
Nicht mehr. Früher diente das Pferd ohne Pauschen als Sprunggerät; heute wird dafür ein Sprungtisch mit breiter Auflagefläche verwendet. Das Pauschenpferd blieb in seiner ursprünglichen Form erhalten.